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SDS-plus und SDS-max: Aufnahmen, Lastprofile und die richtige Auswahl

SDS-max ist kein größeres SDS-plus, sondern ein anderes Lastprofil. Wer die Systeme im Sortiment sauber trennt, vermeidet Fehlkäufe und Reklamationen.

Fachartikel18.08.2026
SDS-plus und SDS-max: Aufnahmen, Lastprofile und die richtige Auswahl

SDS ist keine Bohrergröße, sondern ein Aufnahmesystem: Der Schaft wird im Futter axial verriegelt und kann sich in Schlagrichtung frei bewegen. Damit trifft der Schlagkolben den Bohrer direkt, statt die Energie über eine Spannzange zu leiten. Es gibt mehrere Ausführungen; im Bau dominieren SDS-plus und SDS-max.

Die Schäfte unterscheiden

  • SDS-plus: Schaftdurchmesser 10 mm, zwei offene Längsnuten für die Drehmitnahme und zwei geschlossene Nuten für die Verriegelung. Der Einsteckbereich ist kurz.
  • SDS-max: Schaftdurchmesser 18 mm, drei offene Längsnuten und zwei geschlossene Verriegelungsnuten. Der Einsteckbereich ist deutlich länger.

Die Systeme sind nicht kompatibel. Das ist beabsichtigt: Die Aufnahme begrenzt, welche Schlagenergie sinnvoll übertragen werden kann.

Warum SDS-max kein vergrößertes SDS-plus ist

Der wesentliche Unterschied liegt nicht im Durchmesser, sondern im Lastprofil. SDS-max-Geräte arbeiten mit deutlich höherer Einzelschlagenergie bei niedrigerer Schlagzahl. Für den Bohrer bedeutet das:

  • höhere Spannungsamplituden in Kopf und Lötnaht bei jedem einzelnen Schlag,
  • größere Bohrtiefen und damit längere Förderwege für das Bohrmehl,
  • deutlich mehr Wärmeeintrag an der Schneide, weil mehr Material je Zeit zerspant wird.

Deshalb sind SDS-max-Bohrer nicht einfach dicker ausgeführt, sondern anders ausgelegt — bei Nutquerschnitt, Hartmetallbestückung und Härteverlauf.

Wo die Grenze im Sortiment verläuft

In der Praxis überlappen sich die Systeme im Bereich von etwa 16 bis 25 mm Durchmesser. Als Faustregel gilt: Bis rund 16 mm und bei üblichen Bohrtiefen ist SDS-plus wirtschaftlicher, weil die Maschinen leichter und verbreiteter sind. Darüber, bei tiefen Bohrungen und bei Serienbohrungen in bewehrtem Beton, ist SDS-max die richtige Wahl.

Für ein Handelssortiment folgt daraus eine klare Empfehlung: die Systeme nicht vermischen. SDS-plus trägt das Volumen im Nachkaufgeschäft, SDS-max ist Projektgeschäft mit höherem Stückwert und geringerer Frequenz. Wer beides in einer Linie mit einheitlicher Verpackung führt, erschwert dem Anwender die Auswahl am Regal.

Und die Akkugeräte?

Der Akkumarkt hat den Schwerpunkt verschoben. 18-V-Geräte decken heute den klassischen SDS-plus-Bereich zuverlässig ab; 36-V-Klassen reichen in Anwendungen hinein, die früher Netzgeräten vorbehalten waren. SDS-max bleibt aber überwiegend netzbetrieben oder an schweren Akkuklassen. Für die Sortimentsplanung heißt das, dass der SDS-plus-Anteil im Akkusegment weiter wächst — Details im Beitrag Sortimentsplanung für Akku-Bohrhämmer.

Meißel nicht vergessen

Beide Aufnahmen gibt es auch für Meißelwerkzeuge. Spitz-, Flach- und Breitmeißel in SDS-plus ergänzen ein Bohrerprogramm sinnvoll und tragen eine gute Zusatzmarge, weil sie selten preisverglichen werden. Bei SDS-max verschiebt sich das Verhältnis: Dort ist der Meißelanteil im Abbruch oft größer als der Bohreranteil.

Weiterführend: Betonbohren: Tipps und Tricks und Bohrwerkzeuge richtig auswählen.

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